MBJ - Reader
MBJ-184 Seite 6
von Ralph Engels
WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Tab. 1: Vergleich häufig eingesetzter Messinstrumente bei Patient:innen mit SpA
Untersuchter Bereich Messinstrument Kurz erklärt Krankheitsaktivität ASDAS (Ankylosing Spondylitis Patientenberichtete Angaben + Entzündungswert Disease Activity Score) (CRP oder BSG) BASDAI (Bath Ankylosing Spondylitis Patientenberichtete Angaben (zu Symptomen wie Disease Activity Index) Rückenschmerz, Müdigkeit und Morgensteifigkeit) CRP (C-reaktives Protein) Entzündungsmarker Blutwert Funktion BASFI (Bath Ankylosing Spondylitis Patientenberichtete Angaben zur Beweglichkeit Functional Index) Allgemeiner Gesund- ASAS HI (ASAS Health Index) Patientenberichtete Angaben zu körperlichen, emotionalen, heitszustand sozialen und alltagsbezogenen Einschränkungen EQ-5D (EuroQol-5 Dimension) Patientenberichtete Angaben zur Lebensqualität SF-36 PCS (Physical Component Patientenberichtete Angaben zur körperlichen Summary) gesundheitsbezogenen Lebensqualität (Funktionsfähigkeit, Schmerzen und allgemeine Gesundheitswahrnehmung), nicht axSpA-spezifisch
FI, ASDAS) übereinstimmten, jedoch nur geringe Zu- sammenhänge mit Alter oder Krankheitsdauer hatten. hängen jedoch kaum mit Alter oder Krankheitsdauer zusammen. Das spricht dafür, dass der Fragebogen tat- sächlich krankheitsbedingte funktionelle Einschrän- kungen erfasst und nicht allgemeine Einflüsse wie z.B. das Alter (fachsprachlich: Er weist eine hohe Inhalts- und Konstruktvalidität auf). Auch die Reliabilität also die Stabilität der Ergebnisse bei wiederholten Messungen war hoch. Zudem erwies sich der ASAS HI als sensibel für Veränderungen (Sen- sitivität): Er reagierte deutlich auf Therapieeffekte, ins- besondere unter TNF-α-Blockern, und unterschied zu- verlässig zwischen verschiedenen Krankheitszuständen: Patienten mit höherer Krankheitsaktivität und stärker eingeschränkter Funktion wiesen entsprechend höhere ASAS-HI-Werte auf. In mehreren Studien wurde zudem untersucht, welche Punktwerte zu welchen Krankheitszuständen passen. Dazu wurden die Krankheitszustände mit bewährten Messinstrumenten² bestimmt und mit den jeweiligen ASAS-HI-Werten verglichen. Dabei zeigten sich insge- samt ähnliche Ergebnisse. Einige Studien haben Grenzwerte vorgeschlagen, um ASAS-HI-Punktwerte in Gesundheitszustände einzu-
ordnen. Die genauen Grenzwerte fallen jedoch je nach Studie unterschiedlich aus, weil unterschiedliche Ver- gleichsmaße/Messinstrumente verwendet wurden. Die genauen Grenzwerte fallen jedoch je nach Studie unterschiedlich aus, da unterschiedliche Vergleichs- maße bzw. Messinstrumente herangezogen wurden. Niedrige Werte (etwa bis 4-5 Punkte) gelten dabei als Hinweis auf einen guten Gesundheitszustand, während sehr hohe Werte (ab etwa 12 Punkten) auf eine deutlich eingeschränkte Gesundheit und eine stärkere Alltagsbe- lastung hindeuten.
Ergebnis
Insgesamt deuten, so die Autorengruppe, die bisherigen Ergebnisse darauf hin, dass der ASAS HI ein geeignetes Instrument für die klinische Routine und Studien dar- stellt und perspektivisch auch bei anderen Erkrankun- gen eingesetzt werden könnte. Trotz seiner Vorteile sei seine Nutzung im klinischen Alltag bislang begrenzt. Die Autorengruppe weist darauf hin, dass weitere Stu- dien notwendig seien, um zuverlässige Grenzwerte fest- zulegen, mit denen sich Gesundheitszustände besser voneinander unterscheiden lassen.
Zudem sei bislang nicht abschließend geklärt, in wel- chem Ausmaß Begleiterkrankungen etwa eine Fi- bromyalgie die Gesamtpunktzahl beeinflussen.
2 BASDAI und ASDAS zur Beurteilung der Krankheitsaktivität sowie BASFI zur Erfassung der Funktionsfähigkeit
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Morbus-Bechterew-Journal Nr. 184 (März 2026)